Matthias Tanzmann
Matthias Tanzmann Interview von pozor!
Moon Harbour wird fünf.
Was im Frühsommer 2000 als Adresse für klassischen Deep House aus Leipzig an den Start ging, ist heute ein halbes Jahrzehnt, über 20 Vinyl- und vier CD-Veröffentlichungen später zu einer sicheren Adresse für funktionierende Clubplatten herangereift. Labelchef Matthias Tanzmann beschert uns zum Jubiläum als Compilation neben den erfolgreichsten Tracks der letzten Veröffentlichungen auch gleich acht zuvor unveröffentlichte Tracks und ein Interview.
Partysan: Standortfrage Alles düst nach Berlin wegen des, so heißt es jedenfalls, tollen Networkings du bleibst mit Deinem Label in Leipzig...ein Vorbild für Artists, die heimatverbunden sind?
Matthias Tanzmann: Das Ausschlag gebende ist sicher mein Network in Leipzig. Außerdem mag ich Leipzig Leipzig ist schön. Ich kann da ganz gut leben und arbeiten, hab viele Freunde da. Trotz allem reizt Berlin schon immer wieder. Das liegt vor allem daran, dass es in Berlin natürlich mehr Kommunikation mit anderen Künstlern gibt.
Fünf Jahre Moon Harbour deine Kooperationen im Laufe der Jahre legen schon so etwas wie eine Verwandtschaft zwischen Deinem Label und Poker Flat nahe...
Na ja, Verwandtschaft... also ich selbst habe ja auf Dessous angefangen, meine ersten Platten zu veröffentlichen als Gamat 3000 und damals, als es auch bei Moon Harbour recht deephousig zuging, war schon so was wie Verwandtschaft da. Mittlerweile sind wir clubbiger geworden und gehen sicher eher in die Poker Flat-Richtung. Aber trotz aller guten Kontakte versuchen wir schon, Abstand zu halten, bis auf die eine oder andere Co-Produktion.
Was erwartet uns auf deiner Jubiläums-Compilation, die im September erscheint?
Zunächst mal eine Doppel-Vinyl mit acht Exklusiv-Tracks und dazu noch eine Mix-CD mit ein paar Tracks mehr und von mir gemixt. Dabei das erste Mal seit vielen Jahren ein neuer Gamat 3000-Track als eine Nummer, die quasi in die Labelgeschichte zurückblickt. Darüber hinaus gibt es neue Stücke von Marlow, Luna City Express, Daniel Stefanik und mir. Erstmals auf dem Label erscheinen Martin Landsky, Phil Stumpf (Duplex 100) und Audio Werner von Hartchef Discos.
Du hast die Deephouse-Vergangenheit erwähnt. Gibts das noch so wirklich und wie war dein Abschied vom Deephouse?
So wie vor fünf Jahren findet Deephouse einfach nicht mehr statt, es gibt kaum Veröffentlichungen, nur wenige DJs legen diese Richtung auf weils wohl zur Zeit einfach nicht funktioniert auf dem Floor. Der jetzige Moon Harbour-Sound hat sich aber daraus entwickelt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Platten, die ich heute spiele, einer gewissen Deepness nicht entbehren.
Wenns ein Prozess ist, dann wirft das natürlich die Frage auf, wie der weitergeht...in Richtung Minimal?
Schwer zu sagen. Der Moon Harbour-Sound wird in Zukunft schon mehr zulassen, ein größeres Spektrum haben. Minimale Sachen werden da ebenso auftauchen wie deepe Sachen, aber als Klammer bleibt in erster Linie House. Die Veränderungen stecken mehr im Detail.
Dieser Sommer bringt dir nicht nur den runden Labelgeburtstag, sondern auch noch das Ende des Studiums zum Diplom-Mediengestalter...was folgt? Konventionelle Berufskarriere?
Nein. Jetzt kommt Phase 2. Jetzt erst recht nur noch Label und Musik, zu 100 Prozent. Mein Output wird sicher wachsen jetzt, denn durch den Studienort Weimar hat sich das produzieren doch manchmal etwas schwer gestaltet.


[...] dem viel gelobten Album »Restless« von Matthias Tanzmann im Frühjahr 2008 folgt in diesem Herbst das zweite Künstler-Album auf Moon Harbour – „Hello [...]
[...] - ANDRE GALLUZZI - RARESH - MOONBOOTICA - OLIVER KOLETZKI - PACO OSUNA - FABRIZIO MAURIZI - MATTHIAS TANZMANN - LUNA CITY EXPRESS - MARTINEZ - SASCHA FUNKE - KIKI - MARKUS KAFKA - ANTE PERRY - JENS BOND - TONI [...]
[...] Moon Harbour Familientreffen im Dezember finden sich diesmal am ersten Weihnachtsfeiertag Labelchef Matthias Tanzmann und sein Kollege Dan Drastic hinter den Decks [...]